Montag, 9. April 2012

Xinran: Wolkentöchter (Droemer)

Die Journalistin Xinran schreibt über einen ganz besonders barbarischen Brauch, der in China bis heute gang und gäbe zu sein scheint: Wenn sie nicht gleich nach der Geburt getötet werden, dann werden Mädchen ausgesetzt. Denn sie zählen nichts in China, wo nur Söhne als wertvoll gelten - und die Regierung jeder Familie nur ein Kind erlaubt. Xinran berichtet von den Müttern, die unter diesen grausamen Sitten leiden, und von den Waisenhäusern, aus denen die Mädchen bestenfalls zur Adoption ins Ausland gegeben werden. Wenn sie Glück haben. Doch selbst diese kleinen Chinesinnen fragen sich noch Jahre später, warum ihre Familien sie nicht haben wollten. Er ist gruslig,dieser Blick auf eine Gesellschaft, die antritt, eine Supermacht zu werden - und in der der einzelne Bürger nicht mehr zählt als ein Reiskorn in einem vollen Sack. 


Prädikat: ****

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