Sonntag, 22. April 2012

Georges Simenon: Ankunft Allerheiligen (Diogenes)

Der junge Gilles Mauvoisin erreicht La Ro- chelle am Abend vor Allerheiligen; er wird in aller Heimlichkeit von Bord eines Schiffes gebracht. Seine Eltern, die aus der Hafen- stadt stammten, waren dort vor Jahren einfach abgereist, in die weite Welt, und ihr Brot verdienten sie als Artisten. Nun sind sie tot, und Gilles, kaum erwachsen, findet sich verwaist und mittellos. 
Doch zumindest letzteres ist offenbar nicht korrekt. Schon bald erfährt Mauvoisin, dass er von einem Onkel als Universalerbe eingesetzt worden ist. Dieser Onkel, den alle hassten, hat ein ganz erstaunliches Vermögen zusammengerafft. Gilles Mauvoisin tritt sein Erbe an. Er lernt sehr schnell, die Unternehmungen seines Onkel zu führen, und auch die Drohungen und Andeutungen, mit denen er konfrontiert wird, einzuordnen. Er heiratet. Aber je mehr er über seinen Onkel und die führenden Köpfe des Ortes, das sogenannte Syndikat, erfährt, desto mehr fürchtet er, so zu werden wie dieser Onkel. Meisterhaft schildert Georges Simenon die geradezu detek- tivische Spurensuche des jungen Mauvoisin und sein zunehmendes Unbehagen, das der Leser geradezu mitempfinden kann. Man ist dem Schriftsteller dankbar dafür, wie elegant er diesen Konflikt am Ende auflöst. 


Prädikat: ****

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