Dienstag, 3. April 2012

Georges Simenon: Der fremde Vetter (Diogenes)

Frankreich, unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg. Eine deutsche Auswanderer- familie, die einen kleinen Ausschank für Kanalschiffer führt, gerät in große Verlegenheit, als jener junge Vetter auftaucht. Einerseits - man ist verwandt, und Hans ist auf der Flucht vor den Nazis. Andererseits - das Städtchen ist klein, die Krulls sind ohnehin dort nicht sehr beliebt und die Tatsache, dass der Vetter die dortigen Mädels behelligt, macht ihr Leben nicht leichter. 
Eines Tages wird die Leiche eines jungen Mädchens aus dem Kanal gefischt. Und schon bald ist sich die ganze Stadt einig, wo der Mörder zu suchen ist. Auch dieser Non-Maigret gehört trotz seines geringen Umfanges zu den großen Romanen Simenons. Wie er mit wenigen Andeutungen eine Szene entwirft, Charaktere entstehen und Situationen eskalieren lässt, das ist faszinierend. Unbedingt lesen! 


Prädikat: *****

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