Freitag, 27. November 2009

Luc Deflo: Ins blanke Messer (Knaur)


Eine Leiche wird gefunden - und obwohl Gesicht und Hände mit Säure zerstört wurden, steht schnell fest, dass es sich bei dem Toten um einen Drogenfahnder handelt. Kurz darauf kommen unter mysteriösen Umständen zwei Marokkaner ums Leben. Und die Polizei bringt mit Razzien zusätzlich Unruhe in das Städtchen Mechelen. Ermittler Dirk Deleu kommt einiges merkwürdig vor - so merkwürdig, dass er sogar seinen Job hinschmeißt. Das filmreife Finale zeigt, dass seine Bedenken berechtigt waren.
Die Täter jedenfalls finden sich nicht in den Reihen der Illegalen und der Einwanderer, wie die braven Belgier zunächst glauben. Am Ende stirbt ein Polizist, erschossen von den eigenen Kollegen. Er war der Killer eines durchgeknallten Ex-Staatsanwaltes, der gerne Gott geworden wäre. Oder zumindest Minister. Juristisch ist dem Mann nicht beizukommen, die Ermittler ärgern sich. Doch die Ultrarechten, die er benutzte, rächen sich - und dabei sind sie sich ausnahmsweise mit den Muslimen einig, die sie sonst so verabscheuen: Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Luc Deflo, Belgiens Thrillerautor Nummer Eins, hat hier zum groben Pinsel gegriffen. Dieser Krimi ähnelt einer Komödie, bei der das Publikum immer mehr weiß als die handelnden Personen. Man möchte dem Polizisten zurufen: Achtung, dort ist der Mörder! Der Spannung tut das nicht gut.

Prädikat: **

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