Das Bild auf dem Dossier kennt Elsa nur zu gut. Es handelt sich um ein Gemälde, das früher in der Wohnung ihrer Großeltern hing, und ihre Urgroßmutter Anneli Gensheim darstellen soll. Die Kunst- historikerin soll einem Diebstahl nachgehen; ihr Vater hatte das Bild vor einigen Jahren „vertickt“, wie er selbst sagt. Es gehört nun einem Sammler, und wurde aus einer Ausstellung geklaut.
Eigentlich könnte Elsa es damit gut sein lassen. Doch dann begibt sie sich auf die Suche nach dem verschwundenen Bild. Dabei findet sie immer mehr über in ihre eigene Familiengeschichte heraus – die durchaus ihre dunklen Flecken aufweist. Tanja Weber ist, inspiriert durch die Sammlung von Cornelius Gurlitt, ein spannender Kunstkrimi gelungen. Auch wenn sie bei der Zeichnung ihrer Figuren manchmal in Klischees gerät, folgt man ihr gern durch die Jahre – bis hin zum nicht mehr ganz unerwarteten Finale in der Gegenwart.
Prädikat: ***
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Mittwoch, 12. Oktober 2016
Montag, 2. April 2012
Fred Uhlman: Der wiedergefundene Freund (Diogenes)
Zwei 16jährige Jungen lernen am renom- mierten Karl-Alexander-Gymnasium in Stuttgart. Hans Schwarz ist der Sohn eines Arztes, Konradin von Hohenfels entstammt einem alten und reichen Adelsgeschlecht. Die beiden sind befreundet - doch plötzlich wird Hans aus seinem geregelten Leben gerissen. Denn diese Novelle berichtet von einer Schülerfreundschaft im Jahre 1933.
Die Eltern senden Hans zu Verwandten nach Amerika. Sie glauben zunächst noch, weiter in Deutschland leben zu können, und gehen in den Freitod, als sie ihren Irrtum erkennen. Der Gymnasiast wird Amerikaner; er schlägt nicht einmal mehr ein deutsches Buch auf. Auch seinen Freund glaubt er verloren.
Dieses kleine Büchlein ist große Literatur. Der Leser staunt darüber, wie Fred Uhlman die Schrecknisse jener Jahre in einer Miniatur fasst - und dabei auch die Schönheiten der verlorenen Heimat nicht ver- gisst, die "dunklen Forsten, duftend nach Pilzen und bernstein- farbenem Harz", Rhein, Neckar und Bodensee, und das geliebte Tübingen, die Hölderlinstadt.
Prädikat: *****
Die Eltern senden Hans zu Verwandten nach Amerika. Sie glauben zunächst noch, weiter in Deutschland leben zu können, und gehen in den Freitod, als sie ihren Irrtum erkennen. Der Gymnasiast wird Amerikaner; er schlägt nicht einmal mehr ein deutsches Buch auf. Auch seinen Freund glaubt er verloren.
Dieses kleine Büchlein ist große Literatur. Der Leser staunt darüber, wie Fred Uhlman die Schrecknisse jener Jahre in einer Miniatur fasst - und dabei auch die Schönheiten der verlorenen Heimat nicht ver- gisst, die "dunklen Forsten, duftend nach Pilzen und bernstein- farbenem Harz", Rhein, Neckar und Bodensee, und das geliebte Tübingen, die Hölderlinstadt.
Prädikat: *****
Freitag, 13. November 2009
Anna Krüger: Sophies Geheimnis (Diana)
Wien, 1937: Die größten Probleme, die Sophie und ihre beste Freundin Lilly haben, sind die Versuche ihrer Eltern, sie möglichst gut zu verheiraten. Denn als Töchter aus gutem Hause genießen beide ein weitgehend sorgenfreies Leben - bis die Nazis an die Macht kommen. Schockiert müssen sie beobachten, wie ihre jüdischen Mitbürger schikaniert und umgebracht werden. Auch Lillys Jugendliebe zerbricht, denn Sophies Cousin Louis weiß seine Beziehungen zu den Nazis geschickt zu nutzen, um den Mitbewerber aus dem Wege zu räumen.
Viele Jahre später wird in der Galvanisierkammer der Silbermanufaktur Jablonsky & Vermont eine versilberte Leiche gefunden. Sophie, Tante der heutigen Besitzerin des Unternehmens, erkennt Cousin Louis wieder. Doch bei der Suche nach seinem Mörder mag sie die Polizei nicht unterstützen. Ein charmanter historischer Krimi mit spannendem Plot, dem man einige Schwächen im Detail gern verzeiht.
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