Als Bettler ist er gestrandet – doch eigent- lich war er einst Arzt, und als solcher begleitete Cunrad vom Malmünd am Ende des 8. Jahrhunderts eine Gesandschaft im Auftrag Karls des Großen nach Bagdad. Dort sollen die Männer Kontakte zu Harun al-Raschid aufbauen – und dem Kalifen wert- volle Geschenke überreichen: Zuchtpferde, Rüstungen, scharfe Schwerter und scharfe Hunde sowie kostbare Gewebe.
Die Reise von Aachen nach Bagdad war beschwerlich und gefährlich – und noch viel schlimmer wird die Heimreise an der afrikanischen Mittelmeerküste entlang, auf der fast die gesamte Gesandschaft aufgerieben wird. In seinem Historienroman verbindet Wolf Serno Geschichten über die ärztliche Kunst des Mittelalters mit der schillernden Exotik des Orients – nebst einem historischen Kuriosum: ein Elefant, den Karl der Große wohl tatsächlich von Harun al-Raschid als Geschenk bekommen hat.
Prädikat: ***
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Montag, 9. Januar 2017
Sonntag, 8. Januar 2017
Iny Lorentz: Der rote Himmel (Knaur)
Der vierte und letzte Teil der Auswanderer-Saga von Iny Lorentz gilt der Wahl im Jahre 1860 und ihren Folgen: Abraham Lincoln, zum Präsidenten gewählt, ist ein Gegner der Sklaverei. Doch in Texas schuften mittlerweile auf etlichen Plantagen Sklaven. Und so erklären die Südstaaten ihren Austritt aus der Union, und die Gründung der Konföderierten Staaten von Amerika. Mit diesem Schritt aber waren viele nicht einverstanden, was zu einem Bürgerkrieg führte.
Auch die Familie Walther Fitchners wird von diesen Auseinander- setzungen nicht verschont. Sohn Waldemar ist wie der Vater ein entschiedener Anhänger der Union, während sein älterer Bruder Joseph sich mehr als Texaner fühlt, auch wenn er persönlich die Sklaverei ablehnt. Einmal mehr versuchen alte Feinde, den bejahrten Fitchner um alles zu bringen, was ihm lieb und teuer ist, ja, sogar ans Leben wollen sie ihm. Die Autoren beschreiben in diesem Buch, wie es der Familie gelingt, sich in schwieriger Zeit erneut zu behaupten. Iny Lorentz – mittlerweile ist das beinahe eine Bestseller-Garantie.
Prädikat: ***
Auch die Familie Walther Fitchners wird von diesen Auseinander- setzungen nicht verschont. Sohn Waldemar ist wie der Vater ein entschiedener Anhänger der Union, während sein älterer Bruder Joseph sich mehr als Texaner fühlt, auch wenn er persönlich die Sklaverei ablehnt. Einmal mehr versuchen alte Feinde, den bejahrten Fitchner um alles zu bringen, was ihm lieb und teuer ist, ja, sogar ans Leben wollen sie ihm. Die Autoren beschreiben in diesem Buch, wie es der Familie gelingt, sich in schwieriger Zeit erneut zu behaupten. Iny Lorentz – mittlerweile ist das beinahe eine Bestseller-Garantie.
Prädikat: ***
Claudia & Nadja Beinert: Der Sünderchor (Knaur)
Mit diesem Buch beenden die Zwillings- schwestern Claudia und Nadja Beinert ihre Trilogie um Uta, eine der Stifterfiguren im Dom zu Naumburg. Über ihr Leben weiß man fast nichts: Uta von Ballenstedt, aus dem Geschlecht der Askanier, soll um das Jahr 1000 geboren sein. Sie war mit Markgraf Ekkehart II. von Meißen verhei- ratet, und starb vor 1046. Die Ehe blieb kinderlos.
Zweihundert Jahre später soll der „Naum- burger Meister“, über den gar nichts bekannt ist, einen Anbau an den Naumburger Dom erschaffen. Der Meister, den die beiden Autorinnen Matizo von Mainz nennen, hat große Pläne; er will mit seinem Westchor alles übertreffen, was er im Laufe seiner Berufsjahre kennengelernt hat. Bei der Arbeit unter- stützt ihn Hortensia, die Tochter des Burgschreibers von Neumark. Sie hat ihre ganze Familie bei einem Überfall verloren, und wurde durch Heinrich III., den Markgrafen von Meißen, gerettet. Die Autorinnen machen diese fiktive Gestalt zu einer wichtigen Schachfigur im Spiel der Mächtigen.
Die Geschichte liest sich deutlich besser als ihre Vorgänger; warten wir also ab, welchen Themen sich die Schwestern in Zukunft zuwenden. Denn dieser historische Roman dürfte ganz sicher nicht ihr letzter gewesen sein.
Prädikat: ***
Zweihundert Jahre später soll der „Naum- burger Meister“, über den gar nichts bekannt ist, einen Anbau an den Naumburger Dom erschaffen. Der Meister, den die beiden Autorinnen Matizo von Mainz nennen, hat große Pläne; er will mit seinem Westchor alles übertreffen, was er im Laufe seiner Berufsjahre kennengelernt hat. Bei der Arbeit unter- stützt ihn Hortensia, die Tochter des Burgschreibers von Neumark. Sie hat ihre ganze Familie bei einem Überfall verloren, und wurde durch Heinrich III., den Markgrafen von Meißen, gerettet. Die Autorinnen machen diese fiktive Gestalt zu einer wichtigen Schachfigur im Spiel der Mächtigen.
Die Geschichte liest sich deutlich besser als ihre Vorgänger; warten wir also ab, welchen Themen sich die Schwestern in Zukunft zuwenden. Denn dieser historische Roman dürfte ganz sicher nicht ihr letzter gewesen sein.
Prädikat: ***
Samstag, 7. Januar 2017
Jacqueline Park: Das Reich der Himmel (Droemer)
Danilo, der Sohn von Judah del Medigo, dem Leibarzt des Sultans, soll an der königlichen Prinzenschule unterrichtet werden. Das ist eine hohe Ehre, denn es ist der allererste Schritt auf dem Wege zu einer Karriere am osmanischen Hof. Und mit den Prinzen hat Danilo schon ange- freundet, denn er ist ebenso wie sie ein hervorragender Reiter.
Allerdings spricht der Knabe, der in Italien am Hofe der Isabella d'Este aufgewachsen ist, weder Türkisch noch Arabisch oder Persisch. Und so erhält Prinzessin Saida, eine Tochter des Sultans, den Auftrag, dafür zu sorgen, dass er diese Sprachen schnellstens lernt.
Jacqueline Park erzählt davon, wie aus der Beschäftigung mit Tau- sendundeiner Nacht und Orlando Furioso eine Beziehung entsteht, die weiter andauert, auch als Saida längst wieder im Harem verborgen ist, und Danilo seine Ausbildung an der Pagenschule des Sultans fortsetzt: Die jungen Leute verlieben sich, und finden immer wieder Gelegenheit, sich zu treffen.
Doch dann gerät Danilo in tödliche Gefahr, und kann sich nur durch die Flucht retten. Sein Weg führt wieder nach Venedig; was er dort erlebt, das wird uns die Autorin ganz sicher in einem weiteren Roman berichten. Dieses Buch aber ist ausgesprochen interessant, weil Park, eingebettet in eine fiktive Geschichte, wertvolles Wissen über das osmanische Reich und seine Entwicklung vermittelt.
Prädikat: ***
Allerdings spricht der Knabe, der in Italien am Hofe der Isabella d'Este aufgewachsen ist, weder Türkisch noch Arabisch oder Persisch. Und so erhält Prinzessin Saida, eine Tochter des Sultans, den Auftrag, dafür zu sorgen, dass er diese Sprachen schnellstens lernt.
Jacqueline Park erzählt davon, wie aus der Beschäftigung mit Tau- sendundeiner Nacht und Orlando Furioso eine Beziehung entsteht, die weiter andauert, auch als Saida längst wieder im Harem verborgen ist, und Danilo seine Ausbildung an der Pagenschule des Sultans fortsetzt: Die jungen Leute verlieben sich, und finden immer wieder Gelegenheit, sich zu treffen.
Doch dann gerät Danilo in tödliche Gefahr, und kann sich nur durch die Flucht retten. Sein Weg führt wieder nach Venedig; was er dort erlebt, das wird uns die Autorin ganz sicher in einem weiteren Roman berichten. Dieses Buch aber ist ausgesprochen interessant, weil Park, eingebettet in eine fiktive Geschichte, wertvolles Wissen über das osmanische Reich und seine Entwicklung vermittelt.
Prädikat: ***
Wolf Serno: Der Medicus von Heidelberg (Knaur)
Erfolgsautor Wolf Serno verbindet in seinem Roman einmal mehr Medizinhistorie mit einem spannend erzählten Lebensweg: Als Junge assistiert Lukas seinem Vater bei einer Schnittentbindung. Im Jahre 1500 war eine solche Operation eigentlich undenkbar; kein Arzt hätte es gewagt, eine Schwangere bei lebendigem Leib aufzu- schneiden, um das Kind herauszuholen. Doch Jacob Nufer ist Schweinekastrator; den Kaiserschnitt sieht er als allerletzte Chance, seine Frau zu retten. Und das gelingt. Von diesem Tage an hat Lukas ein großes Ziel: Er will ein Medicus werden. Dieses Buch berichtet von seinem Werdegang, und eine spektakuläre Liebesgeschichte gibt’s als Zugabe.
Prädikat: ***
Prädikat: ***
Mittwoch, 16. November 2016
Iny Lorentz: Das Mädchen aus Apulien (Knaur)
Pandolfina, Tochter einer Sarazenen-Prinzessin und eines apulischen Grafen, entkommt nur knapp einem Überfall ihres Nachbarn. Nach dem Tod ihres Vaters hat dieser keine Sekunde gezögert, die Burg an sich zu bringen. Dann versucht er, Pandolfina zur Heirat zu zwingen. Das Mädchen sucht Zuflucht am Hof des Kaisers.
Das Bestseller-Autorenpaar Iny Lorentz zeigt in diesem historischen Roman exemplarisch an einem Frauenschicksal des 13. Jahrhunderts, wie Politik Entscheidungen erzwingt und Lebens- wege verändert. Dem eigentlichen Helden dieser Geschichte, dem Staufer-Kaiser Friedrich II., bleibt oft verblüffend wenig Spielraum. Erzählt wird phantasievoll und routiniert.
Prädikat: **
Das Bestseller-Autorenpaar Iny Lorentz zeigt in diesem historischen Roman exemplarisch an einem Frauenschicksal des 13. Jahrhunderts, wie Politik Entscheidungen erzwingt und Lebens- wege verändert. Dem eigentlichen Helden dieser Geschichte, dem Staufer-Kaiser Friedrich II., bleibt oft verblüffend wenig Spielraum. Erzählt wird phantasievoll und routiniert.
Prädikat: **
Freitag, 4. November 2016
Nicole Steyer: Die Kunst des Teufels (Knaur)
Die junge Teresa hat eine Gabe, die einer Frau eigentlich gar nicht zusteht: Sie kann sehr gut schnitzen. Doch Geschäfte sind Männersache, und so gerät das junge Mädchen in große Bedrängnis, als marodierende Landsknechte ihren Bruder töten. In Passau findet sie Unterschlupf, und eine Zukunft: Vom Waisenkind zur Holzbildhauerin – Nicole Steyer erzählt eine Geschichte aus der Zeit des Dreißigjährige Krieges, die leider ziemlich unrealistisch erscheint. Geschrieben allerdings ist das Buch gut; es liest sich auch spannend.
Prädikat: **
Prädikat: **
Montag, 24. Oktober 2016
Claudia Weiss: Rattenfängerin (Knaur)
Hamburg im Jahr 1713, während des Nordischen Krieges: Der Feind steht vor den Toren, Flüchtlinge drängen sich überall, und obendrein bricht in der Stadt die Pest aus. Geplagt von Hunger, Not und Ungewissheit, suchen die Menschen nach Halt und Orientierung. Religiöse Fanatiker und zwielichtige Gestalten haben ein leichtes Spiel. Als allerdings tote Kinder aufgefunden werden, die keineswegs an der Pest gestorben, sondern unübersehbar geschändet worden sind, greift die Obrigkeit ein. Denn eine Pastorentochter zu entführen, um sie zu einem solchen „Engelskind“ zu machen – das geht dann doch zu weit. Mit viel Phantasie und einigen Fakten hat Claudia Weiss einen spannenden historischen Roman um den großen Brand von Altona und die letzte Pestepidemie in Hamburg geschrieben; man könnte das Buch beinahe einen Krimi nennen.
Prädikat: **
Prädikat: **
Dienstag, 11. Oktober 2016
Iny Lorentz: Die Fürstin (Knaur)
Fürst Carl Anton von Saalstein-Tresskau muss heiraten – doch weil er einen extrem schlechten Ruf hat, muss sein Vertrauter Philipp von Zinggen sehr weit reisen, um eine Braut zu finden. Im tiefsten Franken wird er wohlwollend aufgenommen; die Ostheim-Veldenburgs sind zwar von altem Adel, aber sie können nicht wählerisch sein, denn sie haben acht Töchter, und keinerlei Vermögen. Charlotte, lang aufgeschossen und eher knabenhaft, muss sich daher glücklich schätzen, überhaupt einen Bräutigam zu bekommen.
Das Autorenpaar, das unter dem Pseudonym Iny Lorentz bereits etliche erfolgreiche Historienromane veröffentlicht hat, erzählt in diesem Buch die Geschichte einer Ehe, die als Zweckbeziehung beginnt. Doch die junge Fürstin erobert in ihrer handfesten Art rasch nicht nur die Herzen ihrer Untertanen. Dieses Glück allerdings gerät in große Gefahr; Carl Anton fällt einem Attentat zum Opfer, und auch Charlotte kann nur knapp entkommen. Wie es ihr gelingt, mit hohem persönlichen Einsatz und geschickter Politik das Fürstentum zurückzuerobern und die Herrschaft derer von Saalstein-Tresskau zu erhalten, das wird von den Autoren spannend geschildert – und dem Leser ermöglicht der Roman obendrein einen Rundblick auf die europäische Bühne jener Zeit, bis hin zum Kaiserhof.
Prädikat: ***
Das Autorenpaar, das unter dem Pseudonym Iny Lorentz bereits etliche erfolgreiche Historienromane veröffentlicht hat, erzählt in diesem Buch die Geschichte einer Ehe, die als Zweckbeziehung beginnt. Doch die junge Fürstin erobert in ihrer handfesten Art rasch nicht nur die Herzen ihrer Untertanen. Dieses Glück allerdings gerät in große Gefahr; Carl Anton fällt einem Attentat zum Opfer, und auch Charlotte kann nur knapp entkommen. Wie es ihr gelingt, mit hohem persönlichen Einsatz und geschickter Politik das Fürstentum zurückzuerobern und die Herrschaft derer von Saalstein-Tresskau zu erhalten, das wird von den Autoren spannend geschildert – und dem Leser ermöglicht der Roman obendrein einen Rundblick auf die europäische Bühne jener Zeit, bis hin zum Kaiserhof.
Prädikat: ***
Freitag, 7. Oktober 2016
Marie Cristen: Der Blutfluch (Knaur)
Die kleine Aliza wird von Zigeunern gerettet, als ihre Mutter sich in einem reißenden Fluss ertränkt. Mit dem Stamm reist sie umher. Doch als die Sippe bei Barbarossas Hochzeit in Würzburg ihr Lager aufschlägt, hat das nicht nur für Aliza unerwartete Folgen. Die „blonde Ägypterin“ fällt dem Adel auf, und sie gerät mitten hinein in Hofintrigen.
Das Blutmal aber, das sie im Nacken trägt, wendet schließlich ihr Geschick – denn es ist das Zeichen der Zähringer. So findet Aliza ihren Vater, sie erhält eine reiche Mitgift, wird verheiratet und mitsamt Ehemann nach Burgund geschickt, in ihre ursprüngliche Heimat. Politik ändert alles, so lehrt dieser Historienroman von Marie Cristen, aber für die Betroffenen ist das keine angenehme Erfahrung.
Prädikat: **
Das Blutmal aber, das sie im Nacken trägt, wendet schließlich ihr Geschick – denn es ist das Zeichen der Zähringer. So findet Aliza ihren Vater, sie erhält eine reiche Mitgift, wird verheiratet und mitsamt Ehemann nach Burgund geschickt, in ihre ursprüngliche Heimat. Politik ändert alles, so lehrt dieser Historienroman von Marie Cristen, aber für die Betroffenen ist das keine angenehme Erfahrung.
Prädikat: **
Dienstag, 2. Februar 2016
Iny Lorentz: Das wilde Land (Knaur)
Der dritte Teil der großen Auswanderer- saga von Iny Lorentz! In diesem Roman berichtet das Münchner Autorenpaar über die Ansiedlung europäischer Siedler im Norden Mexikos – und über die Abspaltung ausgedehnter Gebiete und deren Anglie- derung an die Vereinigten Staaten nach dem Texanischen Unabhängigkeitskrieg 1835/36. Walther Fichtner, der einstige bettelarme Einwanderer, ist in Texas ein einflussreicher Mann geworden. Doch mit der Politik hat er so seine Probleme. Das liegt zum einen daran, dass Lamar, der Nachfolger von Präsident Sam Houston, die Komantschen aus ihren Jagdgründen vertreiben und sich dieses Land aneignen will. Auch die Siedler müssen stets ein waches Auge auf ihr Eigentum haben – Fichtner besitzt vieles, was andere ebenfalls gern hätten, und so muss er sich gegen so manchen Raubzug zur Wehr setzen. Zum anderen gehört Texas zu jenen Staaten, in denen Sklaverei erlaubt ist – und die Familie Fichtner leidet ganz besonders unter dem Rassendünkel der Sklavenhalter. Denn Fichtners zweite Frau Nizhoni ist eine Indianerin.
Prädikat: **
Prädikat: **
Donnerstag, 28. Januar 2016
Kate Riordan: Im Spiegel ferner Tage (Heyne)
Alice, 22 Jahre jung und Schreibkraft bei einem Verleger in London, hat eine Affäre mit den Buchhalter. Als sie feststellt, dass sie schwanger ist, ist diese Beziehung schon lange vorbei – doch was nun?
Die Mutter schickt Alice zu einer Bekannten auf ein Gut im malerischen Gloucestershire. Dort soll sie leichte Hausarbeit verrichten, und ihr Kind zur Welt bringen, damit niemand etwas mitbekommt. Denn damals, 1932, war ein uneheliches Kind ein Desaster, und ruinierte die Aussichten einer jungen Frau auf eine Heirat endgültig. Heiraten aber soll Alice; auch wenn sie derzeit noch von ganz anderen Dingen träumt als von einem Ehemann nebst Häuschen und Kinderschar.
Fiercombe Valley erweist sich als ein magischer Ort. Wenn sie nicht unter Aufsicht von Mrs Jelphs Silber poliert oder Vorhangquasten sortiert, erkundet Alice das Anwesen. Im Sommerhaus findet sie das Tagebuch der einstigen Gutsherrin Elizabeth, und Nachbarn berichten ihr mehr über die Gebäude und ihre früheren Bewohner. Die Lebensgeschichte von Elizabeth, die sie allmählich erfährt, berührt sie auf eigentümliche Weise, ebenso wie Fiercombe, das offenbar seine Eigenheiten hat. Doch noch während sie nach den Spuren der schönen Gutsherrin sucht, beginnt eine neue Liebesgeschichte. Denn Alice lernt Thomas Stanton kennen, den Erben, der das Gut in naher Zukunft übernehmen soll.
Kate Riordan schreibt einfühlsam und erzählt so detailreich, dass der Leser Fiercombe Manor und seine Bewohner geradezu vor sicht sieht. Ein gelungenes Buch, spannend bis zur letzten Seite.
Prädikat: ***
Die Mutter schickt Alice zu einer Bekannten auf ein Gut im malerischen Gloucestershire. Dort soll sie leichte Hausarbeit verrichten, und ihr Kind zur Welt bringen, damit niemand etwas mitbekommt. Denn damals, 1932, war ein uneheliches Kind ein Desaster, und ruinierte die Aussichten einer jungen Frau auf eine Heirat endgültig. Heiraten aber soll Alice; auch wenn sie derzeit noch von ganz anderen Dingen träumt als von einem Ehemann nebst Häuschen und Kinderschar.
Fiercombe Valley erweist sich als ein magischer Ort. Wenn sie nicht unter Aufsicht von Mrs Jelphs Silber poliert oder Vorhangquasten sortiert, erkundet Alice das Anwesen. Im Sommerhaus findet sie das Tagebuch der einstigen Gutsherrin Elizabeth, und Nachbarn berichten ihr mehr über die Gebäude und ihre früheren Bewohner. Die Lebensgeschichte von Elizabeth, die sie allmählich erfährt, berührt sie auf eigentümliche Weise, ebenso wie Fiercombe, das offenbar seine Eigenheiten hat. Doch noch während sie nach den Spuren der schönen Gutsherrin sucht, beginnt eine neue Liebesgeschichte. Denn Alice lernt Thomas Stanton kennen, den Erben, der das Gut in naher Zukunft übernehmen soll.
Kate Riordan schreibt einfühlsam und erzählt so detailreich, dass der Leser Fiercombe Manor und seine Bewohner geradezu vor sicht sieht. Ein gelungenes Buch, spannend bis zur letzten Seite.
Prädikat: ***
Samstag, 23. Januar 2016
Johanna Marie Jakob: Das Erbe der Äbtissin (Knaur)
Die ehemalige Äbtissin Judith und der maurische Arzt Silas fliehen über die Alpen nach Italien. In einer einsamen Hütte in den Bergen vertraut ihnen eine sterbende Frau ihr Kind an: Luna hat schlohweißes Haar, blaue Augen – und wundersame Fähigkeiten. Die Flucht misslingt, in Salerno nimmt Markward von Annweiler sie gefangen und bringt sie in das Lager von König Heinrich VI. Dort werden Ärzte gebraucht, denn unter den Belagerern von Neapel grassiert das Fieber. Auch Heinrich ist schwer erkrankt. Johanna Maria Jakob schreibt mit diesem Buch die Geschichte der Judith von Lare weiter, die sie in Das Geheimnis der Äbtissin als Vertraute der Beatrix eingeführt hat, der jungen Frau des Kaisers Friedrich Barbarossa. Spannend und detailreich erzählt
die Autorin, und sie lässt ihre Helden die historischen Ereignisse im 12. Jahrhundert an der Seite Heinrichs erleben – bis zu seinem Tod in Messina, wo er 1197 bei der Vorbereitung eines Kreuzzuges der Malaria erlag.
Prädikat: ***
die Autorin, und sie lässt ihre Helden die historischen Ereignisse im 12. Jahrhundert an der Seite Heinrichs erleben – bis zu seinem Tod in Messina, wo er 1197 bei der Vorbereitung eines Kreuzzuges der Malaria erlag.
Prädikat: ***
Freitag, 22. Januar 2016
Sandra Lessmann: Die Winterprinzessin (Knaur)
Die Zeit nach dem Ende des Bürgerkrieges zwischen den Anhängern des Parlamentes und den Royalisten war konfliktreich. Um seine Position zu stärken, schloss der englische König Karl II. mit dem französischen König Ludwig XIV. den Vertrag von Dover. In diese Situation führt uns dieser historische Roman von Sandra Lessmann: Auf der Rückreise von Frankreich ist ein Bote des englischen Königs verschwunden. Das ist für Charles ein hohes Risiko, denn der Briefwechsel zwischen Charles und seiner Schwester Henriette-Anne, der Schwägerin von König Louis, enthält brisante Details. Und so sendet Charles den Jesuitenpater Jeremy Blackshaw nach Paris; er soll sowohl die verlorene Korrespondenz als auch den Boten finden. Nach Frankreich reisen auch Amoret de St. Clair, eine frühere Maitresse des Königs, mit dem französischen Hof ebenfalls bestens vertraut, und ihr Mann Breandán Mac Mathúna, ein Ire, der bis auf weiteres den Botendienst übernehmen soll. Die Mission ist gefährlich, wie alle Beteiligten bald feststellen müssen. Ein spannender Roman, sorgfältig recherchiert und gekonnt erzählt.
Prädikat: ***
Prädikat: ***
Donnerstag, 7. Januar 2016
Caren Benedikt: Die Rache der Duftnäherin (Knaur)
„Komm, lass uns das Gewand fertig- schneidern.“ Bremen im 14. Jahrhundert: Die junge Anna arbeitet als „Duftnäherin“ – sie näht Seife in die Säume der von ihr gefertigten Kleider. Caren Benedikt zeichnet ein Bild vom Leben in der Hansestadt, das mit der Realität so viel zu tun haben dürfte wie die Simpsons mit dem US-Präsidenten. Aber ihre Geschichte liest sich spannend und ist unterhaltsam.
Prädikat: *
Prädikat: *
Heike Eva Schmidt: Die Spionin des Königs (Knaur)
Heinrich von Rosenberg will für das kleine Gut im Fränkischen einen Erben – und schon wieder hat ihm seine Frau eine Tochter geboren. Kurzerhand beschließt er, sie als Junge aufzuziehen. Und so lernt „Florentin“ statt Kochen und Sticken das Reiten und die Verwaltung eines Gutes. Auch auf das Fechten versteht sie sich virtuos. Florentine stellt bald fest, dass das Leben als Mann enorme Vorteile bietet. Und so bleibt sie auch nach dem Tode ihres Vaters in der erlernten Rolle – gegen den Willen ihrer Mutter, die ihr nun Tanzunterricht erteilen lässt, um doch noch eine Heiratskandidatin aus ihr zu machen. Diesen Plänen entzieht sich Florentin durch die Flucht, und das Glück ist ihr hold, denn dank ihrer Reitkünste erhält sie eine Stelle am preußischen Hof. Schon bald schätzt König Friedrich II. nicht nur den Pferde- verstand seines Stallburschen. Florentin wird sein Spion am Hofe des Zaren – ein turbulenter Roman um Geschlechterstereotype, unterhaltsam, und natürlich mit dem erwarteten Happy-End.
Prädikat: **
Prädikat: **
Montag, 4. Januar 2016
Iny Lorentz: Die steinerne Schlange (Knaur)
Als Schauplatz hat Iny Lorentz diesmal Germanien ausgewählt. Das Münchner Autorenpaar begleitet die Römer zur Zeit Caracallas bei ihrem Versuch, ihre Herrschaft – die bisher am Limes endet – weit ins Land der germanischen Stämmme hinein auszuweiten. Der römische Statt- halter fordert aber von den germanischen Nachbarn nicht nur Hilfstruppen, sondern auch die junge Gerhild, Tochter eines Stammesfürsten, zur Geliebten.
Diese verlangt, dass der Römer um sie kämpfen soll – und tritt gleich selbst im Speerwurf gegen ihn an. Dummerweise gewinnt sie. Damit blamiert sie den Heerführer ebenso wie ihre Brüder. Insgesamt erweist sich Gerhild oftmals als weit vorausschauender als die Männer. Das macht sie zu einer gefragten Anführerin im Abwehrkampf der Germanen. Mit einer kleinen Schar zieht sie sich ins Sumpfland zurück. Doch wie sind die gut ausge- bildeten römischen Truppen zu besiegen? Ein spannender Roman, überzeugend erzählt vor historischer Kulisse.
Prädikat: ***
Diese verlangt, dass der Römer um sie kämpfen soll – und tritt gleich selbst im Speerwurf gegen ihn an. Dummerweise gewinnt sie. Damit blamiert sie den Heerführer ebenso wie ihre Brüder. Insgesamt erweist sich Gerhild oftmals als weit vorausschauender als die Männer. Das macht sie zu einer gefragten Anführerin im Abwehrkampf der Germanen. Mit einer kleinen Schar zieht sie sich ins Sumpfland zurück. Doch wie sind die gut ausge- bildeten römischen Truppen zu besiegen? Ein spannender Roman, überzeugend erzählt vor historischer Kulisse.
Prädikat: ***
Montag, 4. Mai 2015
Birgid Hanke: Flamme der Freiheit (Knaur)
Eleonora Prochaska ging in die Geschichte ein. Denn im Freiheitskrieg wählte sie nicht den Karren der Marketenderin, sondern das Gewehr und die Uniform: Unter dem Namen August Renz zog sie 1813 mit den Lützower Jägern in die Schlacht und fiel.
Warum kämpft eine Frau, als Mann verkleidet, gegen Napoleon? Diese Frage beschäftigte Birgid Hanke. In diesem Buch erzählt sie eine höchst ungewöhnliche Lebensgeschichte – in Form eines Historienromans, aus dem Umfeld des preußischen Hofes.
Prädikat: **
Warum kämpft eine Frau, als Mann verkleidet, gegen Napoleon? Diese Frage beschäftigte Birgid Hanke. In diesem Buch erzählt sie eine höchst ungewöhnliche Lebensgeschichte – in Form eines Historienromans, aus dem Umfeld des preußischen Hofes.
Prädikat: **
Freitag, 6. Februar 2015
Marita Spang: Hexenliebe (Knaur)
Wie schafft man Frauen beiseite, die zu klug, zu hässlich, zu schön oder aber auch einfach nur vermögend sind? Im 17. Jahr- hundert war das ziemlich einfach: Man sorgte dafür, dass die Leute, die störten, für Hexen oder aber Zauberer gehalten wurden. Und schon landeten sie auf dem Scheiterhaufen. Auch in der Eifelherrschaft Neuerburg, unweit von Trier, funktioniert dieses Verfahren trefflich, zumal der Landgraf die Hexenjagd durchaus unter- stützt.
Seine Nichte, die junge Claudia von Leuchtenberg, sieht das Treiben der Ankläger mit Unbehagen. Als dann ihre Jugendfreundin Barbara verhaftet wird, ersinnt sie einen waghalsigen Plan. Doch wird es ihr gelingen, die Hexenjäger in die Flucht zu schlagen? Marita Spang ist ein facettenreicher Historienroman gelungen, der sich insbesondere auch durch ein beeindruckendes Figurenensemble auszeichnet. Und spannend ist das Buch obendrein.
Prädikat: **
Seine Nichte, die junge Claudia von Leuchtenberg, sieht das Treiben der Ankläger mit Unbehagen. Als dann ihre Jugendfreundin Barbara verhaftet wird, ersinnt sie einen waghalsigen Plan. Doch wird es ihr gelingen, die Hexenjäger in die Flucht zu schlagen? Marita Spang ist ein facettenreicher Historienroman gelungen, der sich insbesondere auch durch ein beeindruckendes Figurenensemble auszeichnet. Und spannend ist das Buch obendrein.
Prädikat: **
Montag, 2. Februar 2015
Iny Lorentz: Flammen des Himmels (Knaur)
Stillenbeck im 16. Jahrhundert: Der berüchtigte Inquisitor Jacobus von Gerwardsborn trifft in der Stadt ein, um Wiedertäufer zu jagen. Der Rat der Stadt ist froh, dem unbarmherzigen Schlächter ein Opfer nennen zu können, und so gerät die Familie der jungen Frauke Hinrichs in dessen Hand. Nur knapp gelingt es Lothar, dem Sohn eines engen Vertrauten des Fürstbischofs von Münster, das Mädchen vor dem Scheiterhaufen zu retten.
Als die Wiedertäufer ihre Anhänger nach Münster rufen, um dort das himmlische Jerusalem zu erschaffen, sehen Frauke und ihr Retter sich wieder. Doch statt das Himmelreich auf Erden errichten die Prediger dort eine brutale Dikatur, in der die Anführer schlemmen und das Volk hungert. Und vor den Mauern der Stadt ziehen die Söldner des Fürstbischofs auf. Gekonnt erzählen Iny und Elmar Lorentz ein spannendes Kapitel aus der deutschen Geschichte. Wenn Lothar als „Lotte“ spionieren geht, dann ist das schon sehr komisch.
Prädikat: ***
Als die Wiedertäufer ihre Anhänger nach Münster rufen, um dort das himmlische Jerusalem zu erschaffen, sehen Frauke und ihr Retter sich wieder. Doch statt das Himmelreich auf Erden errichten die Prediger dort eine brutale Dikatur, in der die Anführer schlemmen und das Volk hungert. Und vor den Mauern der Stadt ziehen die Söldner des Fürstbischofs auf. Gekonnt erzählen Iny und Elmar Lorentz ein spannendes Kapitel aus der deutschen Geschichte. Wenn Lothar als „Lotte“ spionieren geht, dann ist das schon sehr komisch.
Prädikat: ***
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