Der vierte und letzte Teil der Auswanderer-Saga von Iny Lorentz gilt der Wahl im Jahre 1860 und ihren Folgen: Abraham Lincoln, zum Präsidenten gewählt, ist ein Gegner der Sklaverei. Doch in Texas schuften mittlerweile auf etlichen Plantagen Sklaven. Und so erklären die Südstaaten ihren Austritt aus der Union, und die Gründung der Konföderierten Staaten von Amerika. Mit diesem Schritt aber waren viele nicht einverstanden, was zu einem Bürgerkrieg führte.
Auch die Familie Walther Fitchners wird von diesen Auseinander- setzungen nicht verschont. Sohn Waldemar ist wie der Vater ein entschiedener Anhänger der Union, während sein älterer Bruder Joseph sich mehr als Texaner fühlt, auch wenn er persönlich die Sklaverei ablehnt. Einmal mehr versuchen alte Feinde, den bejahrten Fitchner um alles zu bringen, was ihm lieb und teuer ist, ja, sogar ans Leben wollen sie ihm. Die Autoren beschreiben in diesem Buch, wie es der Familie gelingt, sich in schwieriger Zeit erneut zu behaupten. Iny Lorentz – mittlerweile ist das beinahe eine Bestseller-Garantie.
Prädikat: ***
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Sonntag, 8. Januar 2017
Dienstag, 10. April 2012
Detlef Gojowy: Ein Europäer in New York (Pandion)
Ein Musikwissenschaftler reist nach Amerika. Und aus der Märchenstadt New York berichtet er in Briefen an seine Ehefrau, launigerweise auch an seine Katzen. Detlef Gojowy ist aber nicht irgendein Reisender; seine Beobachtungen sind präzise, feinsinnig, sie erfassen das Wesen der Gesellschaft, über die er schreibt.
Denn Gojowy kennt auch die andere Supermacht Russland, er ist ein Wanderer zwischen den Welten - und er wagt den Vergleich. Selbstzensur findet nicht statt. So erweist sich dieses posthume Werk als kluges, leider aber auch sehr schmales Büchlein, dem man zudem etwas mehr Sorgfalt von Seiten des Verlages gewünscht hätte.
Prädikat: ****
Denn Gojowy kennt auch die andere Supermacht Russland, er ist ein Wanderer zwischen den Welten - und er wagt den Vergleich. Selbstzensur findet nicht statt. So erweist sich dieses posthume Werk als kluges, leider aber auch sehr schmales Büchlein, dem man zudem etwas mehr Sorgfalt von Seiten des Verlages gewünscht hätte.
Prädikat: ****
Montag, 19. Juli 2010
Herr Ober: "Die Rechnung, bitte!" (Knaur)
Ein Kellner, der das eher unfreiwillig geworden ist (Job weg, Geld alle, und keine Idee, was sonst machen!), schreibt ein Blog: "Waiter Rant" geniesst in den USA mittlerweile Kultstatus. Im Internet berichtet der Kellner freizügig von seiner Arbeit in den mehr oder minder guten Restaurants, von seinen Kollegen und den Kunden sowie von seinen täglichen Abenteuern im Service. Der deutsche Leser sollte wissen, dass ein Kellner in den USA vielerorts keinen Lohn bekommt, und ausschließlich vom Trinkgeld seiner Gäste lebt. "Die Rechnung, bitte!" ist daher ein ausgesprochen mehrdeutiger Titel.
Ach wäre doch der Rest des Buches literarisch genauso anspruchsvoll. Doch davon kann keine Rede sein. Man erfährt so manches, was man schon immer ahnte, aber eigentlich nicht wirklich ganz genau wissen wollte. Man lernt ziemlich schnell, warum sich Küche und Service in vielen Restaurants nicht ausstehen können. Und natürlich verrät der Autor, welche Gäste er nicht mag - so ziemlich alle, so scheint es, wenn man durch das Buch endlich durch ist, denn letzten Endes bleibt nach all den bissigen Anekdoten kaum ein guter Faden an jenen Leuten, die das Geld mitbringen, das doch der Kellner so liebt. Das liest sich mitunter ja ganz amüsierlich, aber 350 Seiten damit werden unterm Strich ganz schön lang.
Prädikat: **
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