Beim Bier versteht der Münchner keinen Spaß. Erst recht nicht, wenn eine renommierte Münchner Privatbrauerei an einen Türken verkauft wird, der den Standort verlagern und zukünftig in Istanbul Bier nach deutschem Rein- heitsgebot brauen will.
Und dann wird aus dem Wittelsbacher Brunnen eine Bierleiche gefischt. Ein türkischer Student, der Zeugenaussagen zufolge niemals Alkohol trinkt, mit
3,2 Promille – Kommissar Zeki Demirbilek von der Soko Migra, für Fälle mit Migrationshintergrund, ist alarmiert. Zumal es bei der einen Leiche nicht bleibt. Und so schaut sich die Polizei die Brauerei etwas genauer an, und findet da etliche Ungereimtheiten. Su Turhan bietet dem Leser in seinem Krimi ein Vexierspiel um kulturelle Differenzen. Da ist nichts so, wie es zunächst erscheint. Die Wahrheit aber ist in diesem Falle erstaunlich banal, wie man am Ende überrascht feststellen wird.
Prädikat: **
Dienstag, 20. Januar 2015
Montag, 19. Januar 2015
Karen Benedikt: Die Kerzenzieherin (Knaur)
Burg Isenberg, im Jahre 1225: Zwei Novizinnen bringen Waren aus dem Kloster, und werden dabei zufällig Zeugen einer Verschwörung gegen den Erzbischof von Köln. Nur Ellin gelingt es, zu fliehen. Doch bald muss sie feststellen, dass die Schergen des Grafen ihr folgen. Selbst im fernen Bremen, wo sie als Kerzenzieherin ein Auskommen findet, ist Ellin nicht außer Gefahr. Und so reist die junge Frau weiter, nach Hamburg und dann nach Lübeck. Dort findet sie Unterstützung – und eine Familie. Ein gelungener historischer Roman, auch wenn man so manches Detail wahrscheinlich besser nicht hinterfragt. Aber die Handlung ist spannend, und Caren Benedikt erzählt souverän und sprachlich sehr ansprechend.
Prädikat: **
Prädikat: **
Sonntag, 18. Januar 2015
Tatjana Kruse: Gestickt, gestopft, gemeuchelt (Knaur)
Siggi Seifferheld, ehemals Polizist, nun im Vorruhestand, hat allerlei auszuhalten. Statt friedlich mit seinem Hund Onis spazierenzugehen und in Ruhe daheim zu sticken, muss er sich mit der Damenwelt herumärgern. Tochter Susanne will heiraten, Nichte Karina ist noch immer unvermindert rebellisch, und Schwester Irmgard, Spitzname „Die Generalin“, ist vor ihrem Ehemann, Pastor Helmerich Hölderlein, geflüchtet, weil dieser wieder einmal im Gottesdienst trommeln will.
Da wird der Mord an zwei jungen, hübschen Schauspielerinnen fast zur Nebensache. Schwäbisch Hall freilich ist eine kleine Stadt, und so schaut Seifferheld quasi im Vorübergehen nach dem Sachstand. Tatjana Kruse hat einmal mehr einen charmanten Krimi um ihren knorrigen Helden geschrieben – dem Leser zur Freude.
Prädikat: ***
Da wird der Mord an zwei jungen, hübschen Schauspielerinnen fast zur Nebensache. Schwäbisch Hall freilich ist eine kleine Stadt, und so schaut Seifferheld quasi im Vorübergehen nach dem Sachstand. Tatjana Kruse hat einmal mehr einen charmanten Krimi um ihren knorrigen Helden geschrieben – dem Leser zur Freude.
Prädikat: ***
Katharina Münk: Die Insassen (dtv)
Was machen Manager in einer Nervenklinik? Klarer Fall: Zuerst suchen sie sich eine Chefsekretärin. Und dann bringen sie die Anstalt auf Kurs – und an die Börse. Im Zeitalter der digitalen Kommunikation und mit den entsprechenden Kontakten ist das kein Problem, wie der Leser schmunzelnd feststellen wird. Eine bitterböse Satire, die deutlich zeigt, wie abgehoben doch so manches Topmanagement agiert. Eine gute Story, die die Börse begeistert, muss wohl nicht zwangsläufig etwas mit der Unternehmensrealität zu tun haben. Die Autorin, die hier unter Pseudonym agiert, weiß offensichtlich genau, wovon sie schreibt. Selten so gelacht.
Prädikat: ****
Prädikat: ****
Sam Eastland: Sibirisch Rot (Knaur)
Paul Watkins' dritter Kriminalroman mit dem Helden Inspektor Pekkala, einst Auge und Ohr des Zaren, nunmehr in geheimer Mission unterwegs für Josef Stalin. Diesmal wird er ausgeschickt, das Gold des Zaren aufzuspüren – in das Arbeitslager Borodok, nach Sibirien, dorthin, wo er als Gefangener lange Jahre verbracht und überlebt hat. Schon die erste Szene, in der Stalin auf den Einmarsch der Deutschen in Polen mit einem veritablen Wutanfall reagiert, macht deutlich, dass es hier weniger um Geschichte geht als um unglaubliche Geschichten. Den Genossen Stalin zur Figur in einem Kriminalroman zu machen – auf eine solche Idee kann wirklich nur ein Amerikaner kommen....
Prädikat: *
Prädikat: *
Ursula Niehaus: Die Stadtärztin (Knaur)
Ursula Niehaus erzählt in diesem Roman die Lebensgeschichte der Agathe Streicher. Obwohl die Ulmer Bürgerstochter nie eine Universität besucht hat – Frauen waren im 16. Jahrhundert vom Studium ausgeschlossen – war es ihr gelungen, sich ein umfassendes medizinisches Wissen anzueignen. Davon ließ sie sich auch durch Anfeindungen und Neider nicht abbringen. Ihre Erfolge sprachen sich bald herum, so dass wichtige Persönlichkeiten bei ihr um Rat und Hilfe nachsuchten, darunter sogar der Bischof höchstselbst. Damit wurde das „Medizinieren“ zum Politikum. 1561 gestattete es die Stadt der Streicherin schließlich, den Arzteid abzulegen und auch offiziell zu praktizieren. Eine interessante Geschichte aus einer Zeit, in der in Deutschland heftig um den rechten Glauben und ein gottgefälliges Leben gestritten wurde.
Prädikat: **
Prädikat: **
Samstag, 17. Januar 2015
Karen Rose: Todesschuss (Knaur)
Auf Detective Stevie Mazzetti wird geschossen. Das könnte daran liegen, dass sie damit begonnen hat, alte Fälle aufzuarbeiten, die ein korrupter Cop einst im Sinne der Reichen und Mächtigen geregelt hat. Als aber die unbekannten Heckenschützen auch ihre Tochter ins Visier nehmen, gerät Mazzetti in Panik. Denn vor acht Jahren hat ein Unbekannter ihren kleinen Sohn und ihren Mann erschossen, bei einem Überfall auf einen Laden.
Privatermittler Clay Maynard, der schon seit langem ein Auge auf die Polizistin geworfen hat, versucht, Stevie und ihre Tochter Cordelia in Sicherheit zu bringen. Doch beide wissen: Die Mordversuche werden erst dann enden, wenn der Auftraggeber der Killer aufgespürt ist. Alle Spuren weisen in die Vergangenheit. Und einmal mehr hängt alles irgendwie zusammen. Es ist wie ein kompliziertes Puzzle – und je vollständiger das Bild wird, desto schlimmer wird es, zumal Mazzetti feststellen muss, dass Mann und Sohn seinerzeit keineswegs zufällig Opfer eines Verbrechens wurden. Karen Rose hat ihre Fans einmal mehr mit einem Wälzer beglückt, der einem besser nicht auf den Fuß fallen sollte – doch die mehr als 700 Seiten lesen sich rasant weg. Dieses Buch ist tatsächlich so spannend, dass man es gar nicht mehr weglegen möchte. Gekonnt inszeniert die Autorin die diversen Handlungsstränge, die sie nach und nach zusammenführt, bis zum Finale – das in diesem Falle den Leser aber nicht mehr überrascht.
Prädikat: ***
Privatermittler Clay Maynard, der schon seit langem ein Auge auf die Polizistin geworfen hat, versucht, Stevie und ihre Tochter Cordelia in Sicherheit zu bringen. Doch beide wissen: Die Mordversuche werden erst dann enden, wenn der Auftraggeber der Killer aufgespürt ist. Alle Spuren weisen in die Vergangenheit. Und einmal mehr hängt alles irgendwie zusammen. Es ist wie ein kompliziertes Puzzle – und je vollständiger das Bild wird, desto schlimmer wird es, zumal Mazzetti feststellen muss, dass Mann und Sohn seinerzeit keineswegs zufällig Opfer eines Verbrechens wurden. Karen Rose hat ihre Fans einmal mehr mit einem Wälzer beglückt, der einem besser nicht auf den Fuß fallen sollte – doch die mehr als 700 Seiten lesen sich rasant weg. Dieses Buch ist tatsächlich so spannend, dass man es gar nicht mehr weglegen möchte. Gekonnt inszeniert die Autorin die diversen Handlungsstränge, die sie nach und nach zusammenführt, bis zum Finale – das in diesem Falle den Leser aber nicht mehr überrascht.
Prädikat: ***
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