Was für eine Geschichte! Ein junger Anwaltsgehilfe wird von seinem Chef in einen kleinen Ort geschickt, um dort eine Erbschaft zu ordnen. Doch schon bald bekommt Arthur Kipps ein mulmiges Gefühl. Denn auf dem Friedhof sieht er eine Frau und etwas seltsame Kinder, die kein anderer sieht. Die Anwohner, denen er davon berichtet, werden bleich - doch den Grund dafür sagen sie ihm nicht. Als er das Geheimnis herausgefunden hat, das auf dem Anwesen liegt wie ein Fluch, ist es zu spät. Das Buch zum aktuellen Film mit Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe - und ein Klassiker der englisches Schauerliteratur.
Prädikat: ***
Freitag, 6. April 2012
Carla Federico: Jenseits von Feuerland (Knaur)
Die Geschichte zweier Frauen, die sich eher zufällig begegnen: Emilia ist die Tochter deutscher Auswanderer. Sie flieht, weil sie ihrer Familie entkommen will, deren Geheimnis sie durch einen Zufall erfahren hat.
Rita ist die Tochter einer Weißen und eines Mapuche. Als Mischling wird sie brutal verfolgt - doch sie will als Weiße anerkannt werden. Es gibt allerdings nicht viele Optionen, wie sich eine Frau allein durchschlagen kann. Denn diese Geschichte spielt in Chile, im 19. Jahrhundert.
Carla Federico hat sie als eine spannende Familiensaga gestaltet, und auf die Fortsetzung darf man sehr gespannt sein.
Prädikat: ***
Rita ist die Tochter einer Weißen und eines Mapuche. Als Mischling wird sie brutal verfolgt - doch sie will als Weiße anerkannt werden. Es gibt allerdings nicht viele Optionen, wie sich eine Frau allein durchschlagen kann. Denn diese Geschichte spielt in Chile, im 19. Jahrhundert.
Carla Federico hat sie als eine spannende Familiensaga gestaltet, und auf die Fortsetzung darf man sehr gespannt sein.
Prädikat: ***
Wolf Serno: Die Medica von Bologna (Knaur)
Mit einem Feuermal im Gesicht kommt Carla zur Welt. Ihre Mutter, die ihr Geld als Schneiderin verdient, und immerhin ein eigenes Haus besitzt, achtet darauf, dass das Kind nicht in der Stadt gesehen wird - denn wir befinden uns im 16. Jahrhundert, die Leute sind abergläubisch, und die Inquisition ist sehr aktiv.
Carla hofft darauf, dass sie ein Medicus von der auffälligen Verfärbung befreien kann. Doch je mehr sie sich mit der Heilkunde befasst, desto mehr muss sie feststellen, wie wenig Ärzte bewirken können - und wie faszinierend die Medizin ist. Ein Studium an der berühmten Hochschule in ihrer Heimatstadt Bologna aber steht nur Männern offen. Und so pflegt Carla vormittags Patienten im Klosterspital - und schleicht sich dann auf den Dachboden über dem Hörsaal, um Vorlesungen anhören zu können. Die Geschichte einer unangepassten Frau - was für ein Märchen! aber es wäre nett, wenn... Das ist definitiv nicht das stärkste Werk von Wolf Serno.
Prädikat: *
Carla hofft darauf, dass sie ein Medicus von der auffälligen Verfärbung befreien kann. Doch je mehr sie sich mit der Heilkunde befasst, desto mehr muss sie feststellen, wie wenig Ärzte bewirken können - und wie faszinierend die Medizin ist. Ein Studium an der berühmten Hochschule in ihrer Heimatstadt Bologna aber steht nur Männern offen. Und so pflegt Carla vormittags Patienten im Klosterspital - und schleicht sich dann auf den Dachboden über dem Hörsaal, um Vorlesungen anhören zu können. Die Geschichte einer unangepassten Frau - was für ein Märchen! aber es wäre nett, wenn... Das ist definitiv nicht das stärkste Werk von Wolf Serno.
Prädikat: *
Teresa Fortis: Lockruf Saudia (Knaur)
Die junge Schweizerin Teresa Fortis freut sich, als sie bei Saudi Arabian Airlines eine Stelle als Stewardess bekommt. Voll Neugier und Abenteuerlust zieht sie ins Stewardessen-Camp Jeddah. Doch bevor sie die Welt kennenlernen kann, gilt es das Traineeprogramm der Airline zu absolvie- ren.
Der Leser nimmt erstaunt zur Kenntnis, dass Stewardessen offenbar doch nicht nur lernen, wie man Passagiere begrüßt, lächelt und die kleinen Wägelchen mit den Getränken den Gang entlang schiebt. Das ist auch die Stärke des Buches - Fortis vermittelt ein ziemlich umfassendes Berufsbild, und wer von einer Karriere in der Uniform einer großen internationalen Fluggesellschaft träumt, der sollte ihren Bericht aufmerksam lesen.
Zu zwei Dritteln besteht ihr Buch aber auch aus Geplauder. Man er- fährt etwas über Erlebnisse mit den Saudis, für die die Mädels offenbar die etwas luxuriösere Version der Hure sind, nette und weniger nette Begebenheiten, die Fortis auf ihren Flügen und mit den Kollegen erlebt hat, Ärger und Freude, ja, und auch ab und an Liebes- kummer.
Prädikat: **
Der Leser nimmt erstaunt zur Kenntnis, dass Stewardessen offenbar doch nicht nur lernen, wie man Passagiere begrüßt, lächelt und die kleinen Wägelchen mit den Getränken den Gang entlang schiebt. Das ist auch die Stärke des Buches - Fortis vermittelt ein ziemlich umfassendes Berufsbild, und wer von einer Karriere in der Uniform einer großen internationalen Fluggesellschaft träumt, der sollte ihren Bericht aufmerksam lesen.
Zu zwei Dritteln besteht ihr Buch aber auch aus Geplauder. Man er- fährt etwas über Erlebnisse mit den Saudis, für die die Mädels offenbar die etwas luxuriösere Version der Hure sind, nette und weniger nette Begebenheiten, die Fortis auf ihren Flügen und mit den Kollegen erlebt hat, Ärger und Freude, ja, und auch ab und an Liebes- kummer.
Prädikat: **
Dienstag, 3. April 2012
Kate Atkinson: Das vergessene Kind (Droemer)
Tracy Waterhouse, ehemalige Polizistin, erschrickt vor sich selbst: Soeben hat sie ein Kind gekauft, ein kleines Mädchen, das ganz offenbar nicht in den richtigen Händen war. Wie ein Schneeflocken wirbeln die Fragmente dieser Geschichte herum - doch es ist schwarzer Schnee, und immer mehr Leichen erscheinen.
Zerstörte Leben, verstörte Seelen. Am Ende, wenn der Leser endlich die ganze Wahrheit weiß, erscheint alles nur noch viel grusliger. Autorin Kate Atkinson erhielt für dieses Buch den Deutschen Krimipreis 2012 - international.
Prädikat: **
Zerstörte Leben, verstörte Seelen. Am Ende, wenn der Leser endlich die ganze Wahrheit weiß, erscheint alles nur noch viel grusliger. Autorin Kate Atkinson erhielt für dieses Buch den Deutschen Krimipreis 2012 - international.
Prädikat: **
Georges Simenon: Der fremde Vetter (Diogenes)
Frankreich, unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg. Eine deutsche Auswanderer- familie, die einen kleinen Ausschank für Kanalschiffer führt, gerät in große Verlegenheit, als jener junge Vetter auftaucht. Einerseits - man ist verwandt, und Hans ist auf der Flucht vor den Nazis. Andererseits - das Städtchen ist klein, die Krulls sind ohnehin dort nicht sehr beliebt und die Tatsache, dass der Vetter die dortigen Mädels behelligt, macht ihr Leben nicht leichter.
Eines Tages wird die Leiche eines jungen Mädchens aus dem Kanal gefischt. Und schon bald ist sich die ganze Stadt einig, wo der Mörder zu suchen ist. Auch dieser Non-Maigret gehört trotz seines geringen Umfanges zu den großen Romanen Simenons. Wie er mit wenigen Andeutungen eine Szene entwirft, Charaktere entstehen und Situationen eskalieren lässt, das ist faszinierend. Unbedingt lesen!
Prädikat: *****
Eines Tages wird die Leiche eines jungen Mädchens aus dem Kanal gefischt. Und schon bald ist sich die ganze Stadt einig, wo der Mörder zu suchen ist. Auch dieser Non-Maigret gehört trotz seines geringen Umfanges zu den großen Romanen Simenons. Wie er mit wenigen Andeutungen eine Szene entwirft, Charaktere entstehen und Situationen eskalieren lässt, das ist faszinierend. Unbedingt lesen!
Prädikat: *****
Judith Merchant: Nibelungenmord (Knaur)
In jener sagenumwobenen Höhle des Riesengebirges, wo Siegfried angeblich einst den Drachen tötete, wird eine Frauenleiche gefunden. Und in Königswinter wird die Ehefrau eines Notars vermisst. Dieser wiederum hatte eine Affäre mit einer Malerin - sollte sie die Konkurrentin aus dem Wege geräumt haben? Doch die Tote ist nicht die Notarsgattin, sondern Studienrätin Valerie Koller. Die Kripo steht vor mehr als einem Rätsel. Judith Merchant, Germanistin und Dozentin für Literatur, hat als Erstling einen literarischen Krimi geschrieben, bei dem fast alle Spuren in die Irre führen. Raffiniert!
Prädikat: ***
Prädikat: ***
Abonnieren
Posts (Atom)






