Als 1991 der zweite Golfkrieg beginnt, wird der Erzähler dieses Romans arbeitslos. In einem Bistro lernt er Victorien Salagnon kennen. Und während im Fernsehen die Bilder aus dem Irak die Nachrichten prägen, kommen sich die beiden Männer näher. Salagnon unterweist den Erzähler im Zeichnen - und er berichtet vom Krieg. Der staunende Leser erfährt Geschichten, die in keinem Geschichtsbuch stehen. Denn Salagnon hat in der Résistance gekämpft, in Indochina und in Algerien. Dort hat er Dinge erlebt, die keine Kamera aufgezeichnet hat - und von denen auch der Leser bislang wahrscheinlich nichts wusste. Dieses Buch zeigt das hässliche Gesicht Frankreichs, einer Nation, die auf Frei- heit, Gleichheit und Brüderlichkeit spuckt, sobald es um Macht geht. Schockierend!
Prädikat: ***
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Montag, 3. Juni 2013
Samstag, 12. Juni 2010
Marc Levy: Kinder der Hoffnung (Knaur)
So endet eine Kindheit: Die Brüder Raymond und Claude beschließen, in der Résistance gegen die deutschen Besatzer zu kämpfen. Ein kleines Grüppchen junger Leute organisiert in Toulouse energisch und erfolgreich den Widerstand. Doch der Preis dafür ist hoch; die Jugendlichen riskieren täglich ihr Leben.
Kurz vor der Landung der Alliierten fliegt die ganze Gruppe auf. Nur knapp gelingt es den Brüdern, aus dem Zug zu fliehen, der sie in ein deutsches KZ bringen soll, und so ihr Leben zu retten. Die Geschichte, die Marc Levy in diesem Buch erzählt, ist ergreifend - und sie ist wahr; es ist die Geschichte seines Vaters und seines Onkels.
Samstag, 5. Juni 2010
Sina Beerwald: Das blutrote Parfüm (Knaur)
Amélie ist verliebt. Und gegen den Willen ihrer Eltern heiratet sie Alphonse, den Inhaber einer Parfümerie. Doch die Ehe ist nicht glücklich; immer öfter hält sich der Geschäftsmann bei seiner Geliebten auf. Eines Tages, die Eheleute streiten sich lauthals, wirft Tochter Linnea einen Flakon nach ihrem Vater - und trifft ihn tödlich.
Amélie packt die teuren Parfümessenzen zusammen, und flieht mit Linnea in die Heimat, auf die Insel Mont-Saint-Michel. Doch auch dort ist nichts mehr, wie es einmal war. Amélie findet ihr Elternhaus verlassen vor. Ihre Schwester ist mit einem gewalttätigen, versoffenen Gastwirt verheiratet, ihr Bruder Abt des Klosters, der Vater tot, und die Mutter als Hexe verschrien und ebenfalls für tot erklärt.
Die Stadbewohner wollen mit Amélie nichts zu tun haben. Dennoch gelingt es ihr, sich eine erfolgreiche Parfümerie aufzubauen - ein Märchen für alle, die sich nicht daran stören, wenn eine Geschichte immer wieder auf verblüffende Weise Haken schlägt.
Samstag, 14. November 2009
Marie Cristen: Turm der Lügen (Knaur)
Frankreich, im 14. Jahrhundert. Die junge Séverine, aufgewachsen auf einem Landgut, erzogen in der Küche und im Stall, wird nach Paris gebracht. Im Gefolge von Jeanne, der Ehefrau von Prinz Philippe, soll sie Manieren lernen. Die drei Schwiegertöchter des Königs sind Séverines Schwestern. Doch davon hat sie keine Ahnung. Auch den Hofintrigen kann sie zunächst nicht folgen - bis die drei Frauen der Prinzen schließlich wegen Ehebruchs angeklagt und verbannt werden.
Séverine hilft Jeanne über diese harte Zeit, Dabei kommt ihr zugute, was sie als junges Mädchen auf dem Lande gelernt hat. In dieser Bewährungssituation errät sie das Geheimnis ihrer Herkunft, sie findet Mutter und Schwester - und einen Mann, den sie liebt.
Eine nette Geschichte vor historischer Kulisse - wer so etwas mag, der wird daran Vergnügen finden.
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