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Samstag, 21. November 2009

Martin Suter: Das Bonus-Geheimnis (Diogenes)


Kleine und gemeine "Geschichten aus der Business Class". Davon hat Suter schon eine Menge geschrieben - doch erstaunlicherweise fällt ihm immer wieder etwas auf, was mitteilenswert ist. Suter beobachtet die Manager und ihr Verhalten in freier, globalisierter Wildbahn. Und notiert dann mit spitzer Feder, mit welchen Banalitäten sich die Elite-Angestellten tagtäglich herumschlagen mussen. Präzise, boshaft und sprachgewaltig - rabenschwarze Pointe garantiert!

Prädikat: ****

Samstag, 23. Februar 2008

Martin Suter: Der letzte Weynfeldt (Diogenes)

Was ist Identität, und wie verändert sie sich? Wer "Der letzte Weynfeldt" gelesen hat, der wird über diese beiden Fragen möglicherweise neu nachdenken. Anlass dazu bietet Autor Martin Suter gleich mehrfach. Da wäre der Titelheld, Adrian Weynfeldt, finanziell mehr als hinreichend abgesichert, stets im korrekt sitzenden Maßanzug, Kunstexperte aus Leidenschaft - und wegen der Langeweile. Gegen diese helfen auch diverse Freundesrunden, über die Wochentage gleichmäßig verteilt. Für seine jüngeren Freunde fungiert Weynfeldt notfalls als Mäzen; freundlich, aber zugleich mit professioneller Distanz. Und nach einer Jugendliebe, die irgendwann erloschen war, hat Weynfeldt den engeren Kontakt zu Damen wohl eher gemieden. In die Routine seines Lebens zwischen Kunsthandel, Tafelrunden und geruhsamer Einsamkeit aber kommt Bewegung, als er - ganz gegen seine Gewohnheit - eine junge Frau mit nach Hause nimmt: Lorena, als Model gescheitert und auch sonst nicht gerade aus bestem Hause, bringt sein Leben gründlich durcheinander.
Suter gelingt, in bester schweizerischer Tradition, erneut ein brillanter Roman um Schein und Sein. Das Verwirrspiel um ein berühmtes Gemälde, das zur Auktion kommen soll, und dessen exzellente Kopie, die der Besitzer des Bildes gern als das Original ausgeben möchte, ist letztendlich nur eine Chiffre für das Chaos in den Köpfen. Wer aber keine Lust hat, sich darauf einzulassen, der kann das Buch auch einfach nur so lesen; es ist hervorragend geschrieben, und spannend obendrein.

Prädikat: *****

Sonntag, 17. Februar 2008

Martin Suter: Der Teufel von Mailand (Diogenes)

Sonia ist irritiert: Plötzlich fühlt sie Gerüche, hört Farben oder sieht Geräusche. Um diesem Durcheinander und ihrem gewalttätigen Ex-Ehemann zu entrinnen, der nach einem Mordversuch derzeit in der Psychiatrie weilt, verdingt sie sich wieder als Physiotherapeutin - und zwar in einem neueröffneten Hotel, hoch droben in den Schweizer Bergen. Doch die Idylle trügt - wie bei Suter nicht anders zu erwarten. Und schon bald sieht sich Sonia erneut bedroht. Brillant, doppelbödig, der perfekte Thriller - nicht als Bettlektüre zu empfehlen. Denn es besteht die Gefahr, dass der Leser, fasziniert von diesem Buch, das Einschlafen total vergisst.

Prädikat: *****

Mittwoch, 6. Februar 2008

Martin Suter: Unter Freunden (Diogenes)

"Geschichten aus der Business Class" nennt Suter seine ebenso brillanten wie fiesen Miniaturen. In wenigen Sätzen bringt er den alltäglichen Wahnsinn, der im Management umgeht, auf die böse, aber leider immer wieder treffende Pointe. Der Stoff, aus dem die Alpträume eines jeden Angestellten sind! Und trotzdem muss der Leser letztendlich über Suters Kabinettstückchen schmunzeln.

Prädikat: *****