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Montag, 25. Februar 2008

Nicole Jamet/Marie-Anne Le Pezennec: Dolmen (Knaur)

Die Polizistin Marie Kermeur kehrt nach Lands'en zurück, um zu heiraten. Doch auf der steinigen Insel vor der bretonischen Küste ist sie nicht willkommen, stellt sie bald fest. Kurz vor der Hochzeit wird obendrein ihr Brautschleier von einer sterbenden Möwe mit Blut befleckt - ein böses Omen, wie nicht nur die Braut meint. Am nächsten Morgen findet Marie am Strand die Leiche ihres Bruders. Es bleibt leider nicht die letzte - und als Marie versucht, den Mörder zu finden, kommen alte Geschichten ans Licht, die viele Insulaner lieber nicht im Detail kennen wollen. Ein Krimi mit Gruseleffekt, der immer wieder überrascht, und den Leser bis zur letzten Seite irritiert. Toll!

Prädikat: ****

Samstag, 23. Februar 2008

David Skibbins: Der Tod lädt zum Tanz (Knaur)

Was passiert, wenn jemand, der sein ganzes Leben lang unter falschen Identitäten auf der Flucht war, festellen muss, dass ihn niemand verfolgt? Ein faszinierender Plot für eine Geschichte. Nur schade, dass der Autor dieses Kriminalromans das gar nicht bemerkt. Er verliert sich in tausend Details und brennt ein Feuerwerk an Special Effects ab - wunderbar, ein netter Krimi, kann man auch im Bett gefahrlos lesen. Muss man aber nicht. Denn an diesem Buch ist nicht einmal der Klappentext mit Sorgfalt geschrieben.

Prädikat: **

Donnerstag, 14. Februar 2008

Tim Green: Tödliches Kalkül (Knaur)

Ein Staranwalt in New York, kurz vor dem letzten großen Schritt auf dem Wege an die Macht. Doch da klicken Handschellen, und Raymond White wandert in Gefängnis: Lebenslänglich, für einen Mord, den er nicht begangen hat. 18 Jahre verbringt der Jurist in Haft. Genug Zeit zum Nachdenken. Dann gelingt ihm die Flucht, und die Zeit der Rache beginnt - denn White weiß mittlerweile genau, wo er die Täter suchen muss... Ein superfieser Thriller, rabenschwarz und gespickt mit bösen Überraschungen. Leider bemüht der Autor einige Zufälle zuviel, was das Vergnügen des Lesers schmälert. Aber ansonsten: Spannung bis zur letzten Seite!

Prädikat: ***

Sabine Ebert: Die Spur der Hebamme (Knaur)

Die Fortsetzung von "Das Geheimnis der Hebamme" - die Stadtgeschichte Freibergs, aufgeschrieben von einer Journalistin, die in der Bergstadt lebt. Ich habe selten einen so stimmigen, handfesten und realistätsnahen historischen Roman gelesen: Spannend erzählt, clever gebaut, und so gut recherchiert, dass selbst ein Historiker an diesem Buch kaum etwas auszusetzen haben dürfte. Besser lässt sich Landesgeschichte für ein breites Publikum kaum aufbereiten. Es ist zu hoffen, dass dieses Buch auch an den Schulen im Freistaat fleißig gelesen wird. Und wir freuen uns schon auf den nächsten Band.

Prädikat: ****

Freitag, 8. Februar 2008

Val McDermid: Das Moor des Vergessens (Knaur)

In einem Moor, weit draußen auf dem Lande, wird eine Leiche entdeckt. Schon vermutet nicht nur die Gerichtsmedizinerin, die den Fall bearbeitet, dass der Tote dort seit zweihundert Jahren liegt. Auch die junge Literaturwissenschaftlerin Jane Gresham (!) merkt auf: Könnte es sich um die sterblichen Überreste von Fletcher Christian handeln, der die Meuterei auf der Bounty anführte? Und hat er nach seiner Rückkehr William Wordsworth, einem Jugendfreund, die Geschichte erzählt? Alle Indizien sprechen dafür, dass der Dichter Wordsworth diesen spannenden Stoff zu einem Meisterwerk verarbeitet hat, das aber nie veröffentlicht wurde. Jane begibt sich auf die Suche nach dem Manuskript. Doch andere suchen auch danach - und innerhalb kurzer Zeit kommen all jene, bei denen das Werk verborgen sein könnte, ums Leben. Diese Story könnte gruslig sein. Sie ist es aber nicht, sie ist nicht einmal wirklich spannend. Möglicherweise liegt das daran, dass der Krimi erst beginnt, wenn man zwei Drittel des Buches hinter sich hat. Und schon bald ahnt der Leser auch, wer der Mörder sein muss. Das sorgt nicht unbedingt für Lesevergnügen.

Prädikat: **

Andreas Franz: Unsichtbare Spuren (Knaur)

Ein Serienmörder geht um in Norddeutschland. Und nur durch Zufall fällt das der Polizei überhaupt auf. Die Jagd beginnt, doch auf langen Strecken ist der Mörder den Beamten meilenweit voraus. Dass er sich auch für haushoch überlegen hält, das freilich erweist sich als Fehler. Ein mäßig spannender Krimi, handwerklich alles andere als perfekt gemacht. Muss man nicht lesen.

Prädikat: **